Steelcase Studie Universität München (LMU) 2007 


Die Idee  


Der Anspruch der Universität ist hoch: Eine neue Form des Lehrens und Lernens soll Einzug halten. Der Lernende befindet sich idealerweise in einer zentralen, aktiven Rolle, aus der er in Interaktion mit anderen Lernenden Nutzen ziehen kann – so die Idee. Doch dafür, so viel hatten Studenten und Professoren bereits in der täglichen Praxis erfahren, müssen die Voraussetzungen stimmen – vor allem die Lernumgebung.

Tatsächlich sehen die Klassen- und Lernräume der heutigen Zeit beinahe noch genau so aus wie vor hundert Jahren. In der Zwischenzeit jedoch haben sich pädagogische Ansichten und Lernmethoden gewandelt. Auch die Atmosphäre im Klassenzimmer und das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern verändert sich. Neue Raumkonzepte sind gefragt!


Die Ziele

  • Verbesserung der Flexibilität und Raumgestaltung in Schulen und Universitäten – mehr Lehr- und Lernmöglichkeiten
  • Förderung innovativer Ansätze zur Gruppenarbeit
  • Auswertung: Wie beeinflussen verschiedene Arbeitsmöbel und Möbelanordnungen den Erfolg von Gruppenarbeit, Unterricht und individuellem Lernen?
  • Entwicklung geeigneter Leitlinien, anhand derer Lehrer, Dozenten und Professoren ihre Klassen- und Seminarräume optimal gestalten und nutzen können.

Die Methode
Die Forscher analysierten die Gruppenarbeit von etwa 300 Studenten. Der Seminarraum im Learning Science Resaerch Lab der Universität München war mit Steelcase Arbeitsmöbeln wie z.B. höhenverstellbaren Tischen auf Rollen, Whiteboards und ergonomischen Stühlen sowie Apple Macintosh-Notebooks bestückt. Getestet wurden verschiedene Raumlayouts, die alle auf Gruppenarbeit (im Stehen, im Sitzen, statisch, mobil) ausgerichtet waren. Die Forschungsinstrumente: Beobachtung, Befragungen, Videoüberwachung und Datenanalyse. Auf diese Weise sollte der Einfluss der verschiedenen Möbel und Möbel-Anordnungen ausgewertet werden.

Das verwendete Steelcase Mobiliar:
FlipTop2 Arbeitstisch
TouchDown2 Arbeitstisch
Cobi Arbeitsstuhl
Infotainerschiene mit Pinnwand
FreeWall2 Medienträger

Die Ergebnisse

  • Im Stehen gelangten die Studenten-Gruppen weitaus öfter zu den richtigen Ergebnissen (+25 Prozent), zu neuen Ideen (+24 Prozent) und zu korrekten Entscheidungen (+50 Prozent!) als im Sitzen. Allerdings wurde das Arbeiten im Sitzen als angenehmer und komfortabler empfunden.
  • Der Einfluss eines bewusst gestalteten und gegenüber den Studenten erläuterten Raumlayouts erwies sich bei der Gruppenarbeit im Labor als außerordentlich stark. Die Propanden-Gruppe erzielte 40 Prozent mehr korrekte Ergebnisse!
  • Die Akzeptanz der neuen Arbeitsmöbel stieg an, wenn ihre Benutzung im Vorfeld der Gruppenarbeit erklärt wurde und wenn das Mobiliar variabel eingesetzt wurde. Auffällig: Die Studenten waren seit ihrer Schulzeit derart auf „Frontalunterricht“ (= still sitzen und zuhören) konditioniert, dass sie zunächst keinerlei intuitive Versuche unternahmen, die neuen Möbel vorteilhaft für sich zu nutzen.